PROGRAMMHEFT 2026 HERUNTERLADEN (PDF-Datei, 7,5 MB)
Dienstag, 03.11.2026
18.30 Uhr
Im Generalkonsulat von Rumänien, Richard-Strauss-Str. 149 · 81679 München
Nur mit Anmeldung unter: munchen.rsvp@mae.ro
ERÖFFNUNG DER RUMÄNISCHEN KULTURTAGE 2026
VIELFALT IN RUMÄNIEN – HISTORISCH, KULTURELL, TRADITIONELL
In Zusammenarbeit mit:
In Kooperation mit dem Generalkonsulat von Rumänien, dem Institut für Kultur und Geschichte Südosteuropas (IKGS) an der LMU München, der Landsmannschaft der Siebenbürger Sachsen, der Kulturreferentin für Siebenbürgen, Apozitia, Paula Ciupag, und CECART.
VIELFALT IN RUMÄNIEN – HISTORISCH, KULTURELL, TRADITIONELL
Ein Faktencheck: historisch, territorial, ethnisch und kulturell.
Eröffnungsrede: Miheia-Mălina Diculescu-Blebea, Generalkonsulin von Rumänien in München
Vorträge: Dr. Heinke Fabritius, Kunsthistorikerin und Kulturreferentin für Siebenbürgen, den Karpatenraum, Bessarabien und die Dobrudscha am Siebenbürgischen Museum
Dr. Dr. Florian Kührer-Wielach, Direktor des IKGS, Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München
Dan Ciudin – Vorsitzender der Deutsch-Rumänischen Kulturgesellschaft e.V. Apozitia
Moderation: Brigitte Drodtloff , Vorsitzende GeFoRum
Fotoaustellung: ”Etnien in Rumänien“ – CECART
Musikalischer Beitrag: Sergej Preissler, Geige, begleitet von Nadja Preissler am Klavier
Anschließend – festlicher Empfang
Bitte rechtzeitig bis zum 20.10.2026 anmelden, wegen begrenzter Plätze
Donnerstag, 05.11.2026
19:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 6,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
Feierliche Eröffnung des 20. Rumänischen Filmfestivals in München
Jubiläumsfeier 20 Jahre RFFM
SPIELFILM: CRAVATA GALBENĂ

SPIELFILM (Biopic): CRAVATA GALBENĂ (The Yellow Tie) | Rumänien 2025 | R: Serge Ioan Celebidachi | B: Serge Ioan Celebidachi, James Olivier | K: Peter Menzies Jr. | M: Kathryn Kluge, Kim Allen Kluge | D: Ben Schnetzer, John Malkovich, Sean Bean, Kate Phillips, Miranda Richardson, Robert Dölle, Charlie Rowe, Anton Lesser, Olivia Popica | 145 min | engl. OF mit rum. UT |
Sergiu Celibidache (1912–1996) war der bedeutendste Dirigent aus Rumänien im 20. Jahrhundert. Sein Sohn Serge Ioan Celebidachi, geboren 1968 in Paris, hat ihm nun einen biographischen Film gewidmet. In einer verschränkten Bewegung entfaltet sich eine komplexe Lebensgeschichte. John Malkovich spielt den zurückgezogenen alten Meister in seinem Exil bei Paris, ein verehrtes Genie der Deutung klassischer Werke, befangen in einem hartnäckigen Abwehrkampf gegen die Musikindustrie, die sich gerade digitalisiert. In einer parallelen Linie, in Rückblenden, läuft das bewegte Leben von Celibidache ab. Kindheit und Jugend in Iași, in eine großbürgerliche Familie geboren, aus der er von seinem strengen Vater, der ihn als künftigen Premierminister sehen will, wegen seiner Leidenschaft für die Musik verstoßen wird. Ein weiter Weg, über das Exil in Paris und im kriegszerstörten Berlin, auf der Suche nach einer Musikkarriere – Aufstieg, Fall und Wiederaufstieg – eine spektakuläre Lebensreise. 1979 schließlich die Ernennung zum Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker und Generalmusikdirektor der Stadt München. Ein Jahrhundertleben in einem traditionell gehaltenen Biopic, das besonders durch eine Reihe spektakulär inszenierter Konzertsequenzen besticht. John Malkovich, der auch schon Seneca, Talleyrand, Casanova und Klimt gespielt hat, fügt mit Celibidache seinem Portfolio eine weitere alteuropäische Figur hinzu und verleiht ihr die Weihen amerikanischer Starpopularität.
Zu Gast: Serge Ioan Celebidachi, Robert Dölle – mit Preisverleihung
Freitag, 06.11.2026
18:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 5,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
SPIELFILM: DINȚI DE LAPTE

SPIELFILM (Drama): DINȚI DE LAPTE (Milk Teeth) | Rumänien 2025 | R+B: Mihai Mincan | K: George Chiper-Lillemark | M: Marius Leftărache, Nicolas Becker | D: Emma Ioana Mogoș, Marina Palii, Igor Babiac, István Téglás, Victor-Ioan Rogobete, Lara Maria Alexandra Comănescu, Maia-Victoria Boboc | 104 min | OmeU |
Eine vierköpfige Familie in den letzten Monaten des Ceaușescu-Regimes. Die Lucacius leben in einem typischen sozialistischen Wohnblock. Eines Tages kommt die Tochter Alina von einem kleinen Gang nicht mehr zurück: Sie sollte nur den Müll wegbringen. Mit dem Blick der Schwester Maria auf Alina, mit ihren weißen Strümpfen, ein Koff erradio in der Hand, beginnt der Film. Und dieser Blick bleibt auch weiterhin die stärkste Kraft, während sich hinter der kindlichen Wahrnehmung ein Thriller entwickelt. Die Eltern müssen der Polizei Rede und Antwort stehen, die Nachbarskinder plappern Gerüchte nach. Ist Alina einem Pädophilen in die Hände gefallen? Ist sie Teil eines nationalen Skandals? Mihai Mincan lässt diese Frage so weit off en, wie es einem kleinen Mädchen möglich ist, sie zu begreifen. Mit einer fantastischen Leistung in der kindlichen Hauptrolle und einer kunstvollen Regie wird MILK TEETH sukzessive zu einem Horrorfi lm: Maria, die als Pionierin des sozialistischen Staates ihren Ritus der Passage erlebt, betritt die Dunkelkammer des Lebens.
Freitag, 06.11.2026
21:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 5,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder
online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
SPIELFILM: Y

SPIELFILM (Drama): Y | Rumänien 2025 | R+B: Maria Popistașu & Alexandru Baciu | K: Carmen Tofeni | M: Marius Leftărache | D: Maria Popistașu, Ionel Mihăilescu, Lucreția Mandric, Nicoleta Hâncu, Victoria Răileanu, Ioana Blaj, Ada Navrot, Ana Ciontea | 98 min | OmeU |
37 Jahre nach dem Ende des Regimes Ceaușescu stellt sich in Rumänien mehr denn je die Frage nach dem alten Geld. Woher stammen die Vermögen in einer Gesellschaft, in der es Reichtum im Prinzip bis 1989 nicht gab? Maria Popistașu und Alexandru Baciu spielen diese Frage am Beispiel einer Familie durch, der es off ensichtlich sehr gut geht. Besonders deutlichen Ausdruck fi ndet dieser Umstand in der Weinbar, die Olga betreibt: Sie beschäftigt sich mit den allerfeinsten Unterschieden des Geschmacks. Als die Großmutter stirbt, wird das Gefüge porös. Denn die Frau, von der Olga und ihre Geschwister ihren off ensichtlich bedeutenden Startvorteil im Leben hatten, war tief in den Kinderhandel und die Adoptionsbetrügerei verstrickt, die vor allem in den 1980er Jahren in den Kinderheimen der Diktatur erwuchsen. Für die nachfolgenden Generationen stellt sich nun die Frage, wie viel sie davon wissen wollen. Y entwickelt aus Videobildern, die das Schicksal der Waisenkinder dokumentierten, einen höchst relevanten Gegenwartsfilm.
Zu Gast: Maria Popistașu, Alexandru Baciu – mit Preisverleihung
Samstag, 07.11.2026
18:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 5,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
SPIELFILM: ATLASUL UNIVERSULUI

SPIELFILM (Drama): ATLASUL UNIVERSULUI (Atlas of the Universe) | Rumänien 2026 | R: Paul Negoescu | B: Paul Negoescu, Mihai Mincan | K: Ana Drăghici | M: Marius Leftărache | D: Matei Donciu, Johanna Mild Keresztúri, Călin Petru, Sofi a Marinescu, Marin Grigore, Andreea Grămoșteanu, Andrei Mateiu | 84 min | OmeU |
Der kleine Filip möchte vorbereitet sein: Sein geliebter, älterer Bruder Andu soll zu Besuch kommen. Er spielt Fußball in Italien, er ist dort eine Nummer 10, also ein Spielmacher. Und Filip sieht sich als Stürmer, der die Tore schießen will, die ihm Andu mit Pässen aufl egt. Doch dazu braucht er neue Fußballschuhe. 95 Lei steckt ihm seine Mutter zu, und schickt ihn damit in die nächste Kleinstadt. Der Vater, ein Taugenichts, lässt ihn auf dem Weg dorthin bald allein, und so ist Filip nun auf sich selbst gestellt. Als er feststellen muss, dass sich in seiner Schachtel zwei rechte Schuhe befi nden, will er das entsprechende andere ”falsche“ Paar selbst suchen. Er macht sich auf den Weg nach Grebenișu, einen Ort in einiger Entfernung. Paul Negoescu erzählt ein Abenteuer in der hügeligen, sommerlichen Landschaft zwischen Cluj und Târgu Mureș – eine märchenhafte, halb verwunschene, halb beglückende Welt mit bedrohlichen Figuren und einem hilfreichen Mädchen sowie einem freundlichen Hund. Und nachts brennen die Feuer im Zauberwald. Ein Kinderfilm in der Tradition des großen Abbas Kiarostami – universal wie das Universum, das Filip auf seiner Odyssee durchquert.
Zu Gast: Paul Negoescu, Ana Drăghici – mit Preisverleihung
Samstag, 07.11.2026
21:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 5,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
SPIELFILM: DE CAPUL NOSTRU

SPIELFILM (Drama): DE CAPUL NOSTRU (On Our Own) | Rumänien 2026 | R: Tudor Cristian Jurgiu | B: Anca Buja, Tudor Cristian Jurgiu | K: Andrei Butică | M: Marco Biscarini, Mihai Ghiță | D: Denisa Vraja, Vlad Furtună, Mara Diaconu-Ducica, Sofi a Vasiliu, Dominique Toma, Steliana Bălăcianu, Robert Radoveneanu | 94 min | OmeU |
Luca und Flavia sind kein Paar, aber immer zusammen. Die beiden Teenager teilen auch ein Schicksal: die Eltern sind nicht da, sie arbeiten irgendwo weit weg. Flavia hat schon Dinge im Kopf, für die Luca noch zu schüchtern ist. Selbst zum Küssen fehlt ihm der Mut. In diesem Alter zählen die kleinen Unterschiede in der Entwicklung oft umso mehr. Selbst Tina, die kleine Schwester, um die Luca sich kümmert, scheint ihm voraus zu sein: eine kecke, forsche junge Frau, dabei noch deutlich ein Kind. Tina wird vielleicht einmal lesbisch sein, jetzt kann sie dazu noch nichts sagen, außer einer subtilen Andeutung, die alles off en lässt. Als sich mit den beiden Geschwistern Lia und Dudu (ein leicht verhaltensauff älliger Junge) zwei Ausreißer zu der Gruppe gesellen, entsteht eine Notgemeinschaft, die sogar ein wenig in Richtung Utopie schillert – und wenn es nur darum geht, das Paket, das von einem der versprengten Elternteile kommt, im Feuer auf der Terrasse des halbfertigen Hauses zu entsorgen. Vielleicht der stärkste Jugendfilm aus Rumänien aus den letzten Jahren, getragen von einer speziellen Subtilität der Beobachtung und Inszenierung.
Sonntag, 08.11.2026
17:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 7,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
MOLDAWIEN SPECIAL – DOUBLE FEATURE
SPIELFILM #1: CERCUL

SPIELFILM (Drama): CERCUL (The Circle) | Moldawien 2026 | R+B: Valeriu Andriuță | K: Silviu Stavilă | M: Minco Eggersman | D: Victor Nofi t, Eugeniu Prisăcari, Ion Munteanu, Vanessa Andriuță, Silviu Boinceanu, Mihail Petrov, Constantin Bîrsan | 112 min | OmeU |
In den letzten Tagen des alten Jahrtausends gehen in einer einsamen Gegend im ländlichen Moldawien neun Männer auf die Jagd. Sie wollen Hasen schießen, aber bald liegt einer von ihnen schwer verletzt auf dem Boden. Ion soll ausgerutscht sein, aus seiner eigenen Waff e haben sich zwei Schüsse gelöst. In der kleinen Welt des Dorfes gibt es keine Gründe, groß an den Aussagen der anderen Männer zu zweifeln. Doch dann kommt ein junger Mann aus der Stadt, und damit wird der Fall neu aufgerollt. Nun bekommen die Aussagen neues Gewicht. Valeriu Andriuță verwendet in seinem Film viel Zeit auf diese Szenen, in denen Männer erzählen: Sie sind alle Protagonisten eines Systems, in dem das Wort ” capitală“ (Hauptstadt) nur feindselig ausgesprochen wird. Das rumänische Kino ist reich an Provinzkritik, selten aber war sie so schonungslos und antipatriarchal wie in THE CIRCLE.
MOLDAWIEN SPECIAL – DOUBLE FEATURE
SPIELFILM #2: HOTARUL

SPIELFILM (Komödie): HOTARUL (The Wall) | Moldawien 2026 | R: Ion Borș & Ruslan Moroșan | B: Mariana Starciuc, Artur Erhan | K: Ruben Agadjanean | M: Pavel Malîșev | D: Andrei Locoman, Ion Grosu, Igor Caras, Cătălin Lungu, Maria Onica, Lilia Cazacu, Natalia Bernaz | 93 min | OmeU |
Zwei Familien leben in einem moldawischen Dorf Tür an Tür, hinter dem Haus aber steht eine Mauer, die die angrenzenden Grundstücke trennt. Niemand weiß mehr genau, warum darüber ein Streit ausbrach. Umso grimmiger aber wird der Streit ausgefochten, erst recht, nachdem einer der alten Männer, die darin verstrickt waren, gestorben ist. Die Frauen haben kein großes Interesse an den Verhärtungen, aber die Männer lassen sich zu immer neuen Raufhandlungen hinreißen, da kann der Pope noch so oft zur Ordnung und zur Versöhnung aufrufen. Die nächste Generation ist längst in Deutschland: Tudorel arbeitet in Berlin als Arzt, seine Braut Nina macht Nagelkosmetik. Ion Borș und Ruslan Moroșan arbeiten geschickt mit den Klischees einer der ältesten Geschichten der Welt (die verkrachten Nachbarn) und verbinden sie mit einem kritisch-liebevollen Blick auf moldawische Originale und schräge Vögel, angeführt von Igor Caras in der Rolle des alten Gheorghe.
Dienstag, 10.11.2026
21:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 5,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
SPIELFILM: NU MĂ LĂSA SĂ MOR

KURZFILM: INTERFON 15 | Rumänien 2021 | R+B: Andrei Epure | K: Laurențiu Răducanu | D: Cosmina Stratan, Ana Ciontea, Ozana Oancea, Mihaela Sîrbu | 22 min | OmeU |
SPIELFILM (Drama): NU MĂ LĂSA SĂ MOR (Don’t Let Me Die) | Rumänien 2026 | R: Andrei Epure | B: Andrei Epure, Ana Gheorghe | K: Laurențiu Răducanu | M: Dale Cooper & The Dictaphones | D: Cosmina Stratan, Elina Löwensohn, Silviu Debu, Ozana Oancea, Mihaela Sîrbu, Elias Ferkin, Isabela Neamțu, Ana Dumitrașcu | 108 min | OmeU |
Vor einem Wohnhaus in Bukarest liegt eine Frau einfach da, neben der Eingangstür, es ist nicht ganz klar, was mit ihr ist. Jemand ruft eine Ambulanz, und rasch stellt sich heraus: die Frau, die in dem Haus gewohnt hatte, ist tot. Sie wird mit einer Folie bedeckt, deren leuchtende Spiegeleff ekte einen der stärksten Eindrücke in DON’T LET ME DIE (und in dessen ” Keimzelle“ INTERFON 15) ausmachen. Eine junge Frau namens Maria sieht sich aufgerufen, als Nachbarin die Angelegenheiten der toten Isabela wahrzunehmen. Sie öff net deren Wohnung, fi ndet dort zwei Hunde vor, die sie pfl egt, sie kümmert sich um die Beerdigung und später um das Grab, sie lernt den entfremdeten Sohn der Toten kennen. Andrei Epure lässt die Geschichte von Maria zunehmend rätselhafter werden, und führt sie in die Nähe eines Genres, das im gegenwärtigen Kino große Bedeutung gewonnen hat: Body Horror als Konsequenz radikaler Individualisierung in der modernen rumänischen Gesellschaft. Zusammen mit dem Kurzfi lm bietet DON’T LET ME DIE einen spannenden Einblick in eine Erzählwerkstatt: Fast alle Motive sind schon da, und trotzdem ist es vollkommen off en, in welche Richtung sie entwickelt werden.
Mittwoch, 11.11.2026
21:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 5,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
SPIELFILM: LE JOURNAL D’UNE FEMME DE CHAMBRE

SPIELFILM (Drama): LE JOURNAL D’UNE FEMME DE CHAMBRE (Tagebuch einer Kammerzofe) | Frankreich 2026 | R+B: Radu Jude, nach dem Roman von Octave Mirbeau | K: Marius Panduru | D: Ana Dumitrașcu, Mélanie Thierry, Vincent Macaigne, Marie Rivière, Louen Bouteiller, Sofi a Dragoman, Ilinca Manolache | 94 min | frz-rum. OmU |
Radu Jude schließt mit dem TAGEBUCH dort an, wo er mit KONTINENTAL ’25 begonnen hat. Er adaptiert Klassiker des europäischen Kinos mit Blick auf heutige generelle und speziell rumänische Verhältnisse. Im ersten Fall ging er von Rossellinis EUROPA ’51 aus, nun wendet er sich dem Film von Luis Buñuel aus dem Jahr 1964 zu, der wiederum auf einem französischen Roman aus dem Jahr 1900 beruht. Gianina ist eine junge Mutter, die bei einer Familie in Bordeaux das Mädchen für alles macht. Sie kocht, sie putzt, und sie kümmert sich um den Sohn, dem sie rumänische Märchen erzählt – manchmal so eff ektvoll, dass der Junge komplett verstört wird. In ihrer Freizeit spielt sie die Kammerzofe in der Theateradaption von Mirbeaus Roman auf einer Laienbühne. Als sich die Mutter des Hausherren ein Bein bricht und über Weihnachten extra Pfl ege benötigt, macht das Gianinas Plan der Heimreise über die Feiertage zunichte, und ihre Tochter, die in Rumänien bei der Großmutter lebt, reagiert auf dramatische Weise. Mit seinem üblichen Sarkasmus, seiner intellektuellen Schärfe und mit zahlreichen Bezügen zu Literatur, Kunst und Gegenwartskultur arbeitet Radu Jude weiter an seiner Archäologie der euro-rumänischen Gesellschaft.
Freitag, 13.11.2026
21:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 5,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
SPIELFILM: CATANE

SPIELFILM (Komödie): CATANE | Rumänien 2026 | R+B: Ioana Mischie | K: George Dăscălescu | M: Emiliano Mazzenga | D: Costel Cașcaval, Iulia Lumânare, Cristian Bota, Mihai Mălaimare, Corneliu Ulici, Mihai Dinvale | 96 min | OmeU |
Ioana Mischie benennt ihren Film im Vorspann ausdrücklich als ”Debütfilm“, und der erweist sich als höchst originell. In einem Amt für Menschen mit Beeinträchtigungen müssen drei Bürokraten über Anträge aus einem entlegenen Dorf befi nden, in dem es anscheinend niemand gibt, der oder die nicht irgendwelche Beeinträchtigungsprobleme hat, und damit Anrecht auf Unterstützung. Da kann nur ein Lokalaugenschein helfen. Schon die Anreise im wenig luxuriösen Dienstwagen erweist sich als leicht surreal, und als der Inspektor und seine beiden Mitarbeiter beim Bürgermeister erscheinen, treff en sie schon auf eine Figur, deren Behinderung man nur als merkwürdig bezeichnen kann. Ioana Mischie verwandelt Probleme der Augen und anderer Körperteile in fantastische Mischformen aus Mensch und Maschine, in einer Folter- und Wunderkammer. Ihr Film ist in den warmen Farben einer Provinzidylle gedreht und hält schließlich für die Donquichotterien hinterwäldlerischer Subversion noch eine Pointe bereit.
Samstag, 14.11.2026
21:00 Uhr
FILMMUSEUM im Münchner Stadtmuseum
St.-Jakobs-Platz 1 · 80331 München
Eintritt: 5,- EUR
Karten für alle Vorstellungen können ab 29.10.2026 im Voraus an der Kinokasse oder online unter kinotickets.express/muenchen-filmmuseum/movies gekauft werden.
SPIELFILM: KÎZÎM
SPIELFILM (Drama): KÎZÎM | Rumänien 2026 | R: Radu Potcoavă | B: Elias Ferkin | K: Liviu Mărghidan | M: Alin Zăbrăuțeanu | D: Yeliz Mustafa, Matei Saizescu, Tudor Chirilă, Elias Ferkin, Judith State, Turchian Guzin Nasurla, Bogdan Farcaș | 78 min | OmeU |
Die 15 Jahre alte Selda kommt aus einer Familie der Dobrudscha-Tataren, der tatarischen Minderheit am Schwarzen Meer. In der ersten Szene ist sie bei einem großen Tanzfest zu sehen, bei dem ein Kleinkind in der Gemeinschaft begrüßt wird. Ein unbeholfener Junge, fast noch ein Kind, wird neben sie gesetzt, er käme nach Vorstellung der Erwachsenen als Ehemann für Selda in Frage. Doch die hat ganz andere Pläne, und zwar schon für diese Nacht. Mit ihrem Freund Tudor und drei anderen Jugendlichen will sie nach Vama Veche, eine nahe Küstenstadt an der Grenze zu Bulgarien. Das Abenteuer geht fürchterlich schief, am nächsten Morgen wird die Gruppe von der Polizei gesucht. Radu Potcoavă zeigt am Beispiel von Selda und ihren Eltern, wie sich Identitäten im Wechselspiel zwischen Traditionen und Freiheitswünschen entwickeln. Selda, die auch den vergleichsweise liberalen Islam ihrer Familie noch hinter sich lässt, sieht sich in erster Linie als Rumänin. Der Filmtitel KÎZÎM (ein Kosewort) deutet schon an, dass ein gutes Ende denkbar ist, vorher führt Potcoavă die Geschichte aber so drastisch wie möglich in Richtung einer Katastrophe.
Zu Gast: Radu Potcoavă – mit Preisverleihung
Abschluss des 20. Rumänischen Filmfestivals in München mit Verleihung des Publikumspreises
Freitag, 20.11.2026
18:30 Uhr
Im Haus des Deutschen Ostens • Am Lilienberg 5 • 81669 München
Freier Eintritt – Bitte rechtzeitig ankommen.
In Zusammenarbeit mit:
Haus des Deutschen Ostens, Kulturwerk Banater Schwaben e.V., dem IKGS, Institut für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas an der LMU München und dem Kulturwerk der Siebenbürger Sachsen in München
ERLEBTE VIELFALT

ERLEBTE VIELFALT, GESPIEGELT IN DER LITERATUR AUS UND ÜBER RUMÄNIEN
Wie haben die zahlreichen Ethnien und Minderheiten das Zusammenleben in Rumänien geprägt? Erinnerungen, erlebte Konflikte, Migration, lebenslange Freundschaften, Gemeinsamkeiten und Verluste sind zentrale Themen in literarischen Texten mit Rumänienbezug.
Das Programm eröffnet Sigrid Katharina Eismann mit der Buchpräsentation „Mein innerer Schwarzwald“. Sie liest aus ihrem im Jahr 2025 erschienenen Roman. Im Anschluss hält Dr. Enikő Dácz, Stellvertreterin des Direktors des IKGS (Institut für Kultur und Geschichte Südosteuropas) einen Vortrag über aktuelle Romane, die die ethnische Vielfalt in Rumänien reflektieren. Abgerundet wird der Abend durch eine kurze Exkursion in die Erinnerungswelt der Siebenbürger Sachsen mit Kerstin Arz, der Leiterin des Kulturwerks der Siebenbürger Sachsen.
Moderation: Brigitte Drodtloff, Vorsitzende GeFoRum – Anschließend Diskussionen mit dem Publikum.
Abschluss der Rumänischen Kulturtage 2026.